Erwartungs-haltungs-schäden

“Nein, nein, ist kein Problem. Hmm. Nein… ja. Wirklich nicht. Mach dir keine Umstände. Ich meine. Was? Ja. Natürlich. Ich verste… schon. Ja, na klar. Ja. Ja. Nein. So wichtig war es mir ja auch nicht. Absolut. Verstehe ich doch. Was? Ich? Ja, okay. Okay. Klar. Du kannst dich ja me… Oh. Nein. Dann besser nicht, nein, ich wollte ja auch gar nicht. Okay. Ja. Nein. Hmmhmm. Ja. Dann lösche ich besser deine Numm... ja. verstehe. Tschü...”

Seele knackt wie Gelenke, Augen flackern wie Testbilder, Magen macht Geräusche wie ein Surfcamp in Marokko.
Geschundene Gefühle, steifer Nacken vom Starren in die Zukunft und ein wunder Daumen vom ständigen Aktualisieren des Status.

“Sie haben keine neuen Nachrichten. Ätschebätsche.”

So sacken die Schultern ein, der Atmen entweicht hörbar der Seele, die wunden Füße scharren in den Resten des Vortrags. Und da, da sind sie: zerknüllte Pläne, Listen und Wunschzettel. Sie wehen umher, fliegen Garbor ins Gesicht, schneiden klitzekleine Wunden ins Ich und fallen träge zu Boden, wo sie in Flammen aufgehen.

War alles nicht so wichtig.
Gekümmert hat es mich nicht.
Warum sollte es auch?

Erwartungshaltungschäden
vorbeugen
Präventiv schon mal
am Dienstag weinen
Denn wer weiß,
was da noch kommt?
Pff. Selbst wenn ich’s wüsste

Dir

würde ich es ganz sicher
nicht verraten.

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Unter schwebenden Lasten lauert der Tod