Das habe ich mir anders vorgestellt

Auf meinem Grabstein soll stehen: “Das habe ich mir anders vorgestellt.” Leichter, schwerer, schneller, langsamer, länger, kürzer, schlimmer, schöner.

Wer kann schon sagen: “Genau so! Genau so habe ich es mir immer vorgestellt. Es ist genau so gekommen, wie ich gedacht habe!”? Natürlich niemand. Niemand, der ehrlich ist, würde das behaupten. Oder niemand, der genug Fantasie besitzt. Kann man Fantasie überhaupt besitzen? Oder sollte man nicht fantasievoll sein? Haben oder sein, Herr Fromm. Haben oder sein?

Ich bin total stolz auf mich. Ich habe mein Schicksal selbst in die Hand genommen, bin über den Abgrund in kaltes Wasser gesprungen. Ich habe mich treiben lassen, unter, über, im Wasser und . Ich habe mir selbst und dem Leben vertraut, ihm mißtraut, es geschehen lassen und es drauf ankommen lassen. Das habe ich mir anders vorgestellt. Dunkler, heller, müder, wacher, mehr, weniger.

Ich habe total Angst vor der Zukunft. Vor allem habe ich Angst, die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Ein bisschen so, als würde ich einen Teil von mir beerdigen, der noch gar nicht gehen will. Und obwohl ich nie wusste, wie lange ich das hier machen würde, wie lange es gut geht, wo es hingeht, wie es überhaupt geht, warum und was genau, kann ich trotzdem und vor allem genau deswegen sagen: Das habe ich mir anders vorgestellt. Wärmer, kälter, höher, tiefer, sanfter, stärker.

Ein Glück.

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